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Unser Ehrenmitglied Dieter Machold ist verstorben

Nachruf geschrieben von Wolfgang Berchtold - Juni 2024:


Ich habe die traurige, aber auch ehrenvolle Aufgabe mich im Namen der Sportgemeinschaft Götzis von Dieter zu verabschieden und mit Worten des Dankes und des Respekts seine Leistungen für den Turnsport von Götzis, für die TS Jahn G., die SG und für das Hypomeeting in Erinnerung zu rufen.

Dieter wurde am 22. Dezember1937 in Freudenthal, dem heutigen Bruntal, im Osten von Tschechien geboren, und er starb am vergangenen Dienstag mit 87 Jahren.

Als die schlesische Damast- und Leinenweberei Machold 1947 seinen Betrieb in Götzis aufzubauen begann, war Dieter gerade 10 Jahre alt und er konnte seine Ausbildung am Kolleg „Stella Matutina” in Feldkirch fortsetzen und mit der Matura abschließen. Dort war der Sport ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Im Umfeld der Schule, im Reichenfeld, befanden sich verschiedenste Sportanlagen und Dieter hat dort wohl jene Leidenschaft für den Sport gefunden, die ihn ein Leben lang nicht mehr losließ.

1958, als der ehemalige Turnverein Götzis 1889 als TS Jahn Götzis neugegründet wurde und den Sportbetrieb wieder aufnahm, war Dieter von Anfang mit dabei und er blieb über mehr als 40 Jahre eine wichtige und einflussreiche Persönlichkeit in diesem Ortsverein. 1960 absolvierte er einen Lehrgang für Männerturnwarte im Bundessportzentrum Schielleiten und danach war er ab 1961 über 25 Jahre Turnwart des Vereins, heute sagt man sportlicher Leiter dazu. Darüber hinaus war er bis in die Mitte der 1970er-Jahre Gerätturntrainer für Schüler und Jugendliche und er leitete viele Jahre die Männersportgruppe des Turnvereins. 1990 wurde er für diese und viele andere Verdienste vom Verein zum Ehrenturnwart ernannt. Damit waren aber seine Aktivitäten für den Verein nicht beendet, im Gegenteil, von 1991 bis 1996 stellte er sich dem Verein als Obmann an die Spitze. Unter seiner Obmannschaft wurde unter anderem die neue Sanitärzeile im Süden der Jahn-Halle angebaut. Der Turnverein war eine wichtig Größe in seinem Leben, hier lernte er unter vielem anderem auch Sigrun kennen, die er 1967 heiratete.

Neben seinen Verdiensten für die TS Jahn Götzis darf ich noch sein Engagement für den Dachverband Götzner Sportvereine und vor allem sein langjähriges Mitwirken beim Hypomeeting von Götzis erwähnen. Er war einer von nur 5 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hypomeetings, die im Jahre 2020 für 45 Jahre ununterbrochene Mitarbeit in verschiedensten Funktionen geehrt wurden.

Vor allem mit seiner Tätigkeit im Wettkampfbüro, lange Zeit mit seinem Freund Werner Nägele, leistete er dem Meeting wertvolle Dienste. Dieter und Werner waren dafür zuständig, dass die von den Athletinnen und Athleten erbrachten Leistungen mithilfe der 1000-Punkte-Wertung händisch ausgewertet, auf Papier getippt und vervielfältigt wurden. Später erledigten sie dies mithilfe von Computern und lieferten dem Publikum, den Journalisten und auch den Stadionsprechern in kurzer Zeit die heiß ersehnten Ergebnislisten.

Aus dem Verein heraus ist die Südtirol-Gruppe entstanden. Eine 14-18 Leute umfassende Freundesgruppe, die alljährlich eine Wanderwoche im Südtirol unternahm. Die mustergültige Organisation erledigte 33 mal – also 33 Jahre lang - Dieter Machold.

Dieter war ein sehr disziplinierter, selbstbewusster und gebildeter Mann. Er war ein engagierter Vereinsfunktionär und vielen in seiner Umgebung ein verlässlicher und treuer Freund.

Es waren wohl die vielen Schicksalsschläge, die auf ihn einbrachen, die ihm den Lebensmut und die Lebensfreude nahmen. 2015 bei der 125 – Jahr-Feier der Götzner Turnbewegung war er noch mit dabei, aber dann zog er sich immer mehr zurück, und nach dem Tod seines Sohnes Jürgen wurde es immer schwerer, Zugang zu ihm zu finden.

In diesen Jahren und viele Jahre davor war Christl Ender die gute Seele, die sich um Dieter und um seinen Haushalt kümmerte. Ihr sei hier ganz besonders gedankt.

Für mich persönlich war Dieter Machold nicht irgendein Vereinsfunktionär, sondern er war für mich als Schüler und Jugendlicher ein Vorbild und als junger Erwachsener ein Vertrauter. Er war z.B. mit ein Grund dafür, dass ich mit dem Besuch der Textilfachschule und der Textil-HTL in Dornbirn eine ähnliche Ausbildung durchlief wie er. Und dass ich jenen Beruf ergriffen habe, den ich dann ein Leben lang ausgeübt habe, dafür war auch sein Ratschlag von Bedeutung.

Wie beeindruckt ich als 9-Jähriger von meinem damaligen Trainer Dieter Machold war, zeigt der Umstand, dass ich meine Eltern bei der Geburt meines jüngsten Bruders bat, ihm den Namen Dieter zu geben, was sie dann auch taten.

Nun sind beide verstorben. Mit meinen letzten Worten möchte ich Dieter nochmals für alles, was er für den Verein und für viele Mädchen und Buben in diesem Verein geleistet hat, herzlich danken. Mir und wohl vielen anderen hier herinnen tut es leid, dass wir ihm in seiner Lebenskrise, vor allem in den letzten zehn Lebensjahren, nicht helfen konnten. Wir bleiben einigermaßen ratlos zurück und wir umarmen ihn in Gedanken ein letztes Mal.

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